23.11.2023 Story

Aus Resten wird High-Fashion

Bereits zum vierten Mal kooperiert Hyundai für sein Projekt Re:Style mit internationalen Modedesignern – um zu zeigen, wie man Restmaterialien aus der Automobilherstellung kreativ recyceln kann. In diesem Jahr dabei: der großartige Jeremy Scott.

Es bewegt sich etwas in der Modebranche: Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und der Wunsch nach Veränderung des übermäßigen Konsumverhaltens wachsen laut einer Studie der Umweltorganisation Greenpeace. Und dafür ist es höchste Zeit: Schätzungsweise zehn Prozent der weltweiten CO2-Emissionen gehen auf das Konto der Textilindustrie. Die Produktion von Kleidung hat sich seit dem Jahr 2000 verdoppelt. Für die Verantwortung, die jeder Konsument trägt, muss ein Bewusstsein geschaffen werden. Viele nachhaltige Labels und Initiativen tun dies bereits, auch Hyundai mit dem Upcycling-Modeprojekt Re:Style.

Die Idee, Kleidung als Sammlerstücke zu sehen, sie an Kinder oder Freunde weiterzugeben, gefällt mir.

Jeremy Scott

Seit 2019 kooperiert Hyundai dafür mit internationalen Designern. Die Modemacher erhalten Materialien, die beim Herstellungsprozess von Fahrzeugen normalerweise weggeworfen werden, und entwickeln daraus eine Upcycling-Kollektion. In diesem Jahr war es der Designer Jeremy Scott, der aus Herstellungsresten Haute Couture zauberte. Der US-Amerikaner ist das Enfant terrible der Mode, seine Kollektionen haben einen hohen Wiedererkennungswert. Er kreiert tragbare Pop-Art, nicht nur für sein eigenes Label, auch für das italienische Modehaus Moschino hat er in den vergangenen zehn Jahren einen unverwechselbaren Look geschaffen. Musikerinnen wie Lady Gaga oder Rihanna sind große Fans und tragen seine Mode auf der Bühne.

Re:Style ist das nachhaltige Modeprojekt von Hyundai. Einmal im Jahr lädt der Automobilhersteller Modeschaffende ein, aus Resten der Autoproduktion eine Kollektion zu gestalten. So entstehen limitierte Serien, die das Upcyclingpotenzial der Branche unter Beweis stellen und die Möglichkeiten einer Kreislaufwirtschaft aufzeigen.

Für Hyundai Re:Style hat Scott Materialien wie Anschnallgurte, Metallteile, Felgen, Autositz­bezüge oder Scheibenwischer in große Roben, aber auch in tragbare, sportliche Looks verwandelt. „Recycling und Wiederverwertung sind das, worum es in der Mode gehen sollte“, sagt Jeremy Scott. „Die Idee, Kleidung als Sammlerstücke zu sehen, sie an Kinder oder Freunde weiterzugeben, gefällt mir.“ Fotografiert wurden Teile der Kollektion an dem internationalen Model Lauren Wasser, die als Botschafterin für Hyundai Re:Style dabei ist. Seitdem ihr aufgrund einer seltenen Erkrankung beide Beine amputiert werden mussten, trägt sie goldene Prothesen. Ihr Schicksal ließ sie zu einer Aktivistin werden, die sich für Aufklärung und Selbstakzeptanz einsetzt und mit Hyundai einen guten Partner gefunden hat: „Die Zusammenarbeit ist ein Traum, weil Hyundai Mode, Technologie und Nachhaltigkeit miteinander verbindet“, schwärmt sie.

Für Re:Style repräsentieren Lauren Wasser und Jeremy Scott eine Zukunft, in der sich Technologie und Entschleunigung ganz selbstverständlich begegnen, um gemeinsam Großes zu bewegen. Und das Gute daran ist, dass jeder Einzelne einen Teil dazu beitragen kann.

Text: Olga Blumhardt