Momente

Mann fährt, Frau fährt

- Vor 60 Jahren verabschiedete der Bundestag das Gesetz zur Gleichberechtigung von Mann und Frau. Seitdem hat sich vieles zum Guten gewandelt.

Bundeskanzlerin, Vorstandsvorsitzende, Astronautin, Bundesliga-Schiedsrichterin – alles inzwischen selbstverständlich. Aber wie sieht es am Steuer aus? Mögen sie und er das gleiche Auto? Oder gibt es das typische Frauen- und das typische Männerauto? Das Hyundai Magazin wollte es wissen und glich Vorurteile mit Meinungen ab, ganz subjektiven selbstverständlich. Mit zwei i30-Modellen, die ganz unterschiedlichen Charakter haben.

Das sind er und sie: Rick und Elisa setzten sich für das Hyundai Magazin hinter die Lenkräder von i30 Fastback und i30 N. Der angehende Lehrer für Sport und Spanisch aus dem Münsterland und die Verwaltungsangestellte aus dem Rheinland sind Anfang 30 und ohne Kinder. Sonst könnte vielleicht der i30 Kombi das richtige Auto für beide sein

Eines gleich vorweg: Es ist natürlich purer Zufall, dass die beiden automobilen Protagonisten aus dem Hause Hyundai genau so zum Geschlechtertest ­kommen, wie es dem Klischee entspricht – in roter und blauer Lackierung. Hier der ­elegante i30 Fastback, schick gezeichnet, mit wohlproportionierten Formen und ­schnittigen Linien. Genau der Typ, der Frauen den Kopf verdrehen kann. Vor allem in verführerischem Rot, Engine Red genannt. Wie für sie gemacht, ­könnte man meinen. Und dort der i30 N in leistungsstärkerer Performance-Ausgabe. Der Top-Dynamiker von Hyundai, für Kenner und Könner der neue Maßstab bei den sportlichen Kompakten. Wuchtig, stämmig, muskulös schon auf den ersten Blick. Mit voluminösen 19-Zoll-Rädern, ohne Chrom-Zierrat, dafür tief über dem Boden kauernd. Bereit, seine Power dank klappengesteuerter ­Sportabgasanlage jederzeit klangvoll in Gang und Szene zu setzen. Wer sonst sollte dem Mann die Leidenschaft und Faszination hinter dem Steuer wiedergeben?  Insbesondere in Blau, einem ganz besonderen: Performance Blue ist die Farbe der Boliden, mit denen Hyundai auf den Renn- und Rallyepisten rund um den Globus ­unterwegs ist. Und deshalb auch für das erste N-Modell der Marke eine ­Selbstverständlichkeit. Alles klar also?

Er sagt: Ich finde es gut, wenn Autos Farbe auf die Straße bringen, vor allem die sportlichen. Die sind ja nicht für den Geschäftsführer oder den Außendienst und müssen deshalb auch nicht immer schön dezent bleiben.
Sie sagt: Ich mag Schwarz.
Das macht sogar Spaß: Bei der Begutachtung der beiden Hyundai Modelle blieb es natürlich nicht immer nur ernst. Warum auch? Es ging nicht um ­einen objektiven Test, sondern vor allem um subjektive Meinungen

Oha. Das Klischee – Rot für sie, Blau für ihn – trifft auf unsere beiden ­Vertreter der Geschlechter schon einmal nicht zu. Wie sieht es dann mit den anderen äußeren Eigenschaften der i30-Modelle aus? Schließlich sind die beiden keine Alltagsware, der i30 Fastback geht als fünftüriges Coupé in seiner Klasse sogar als Erster an den Start und ist quasi ohne Konkurrenz. Und der i30 N: Weckt er hier den N-Thusiasmus am Fahren, dem sich die Fans des auf dem Nürburgring erprobten Fronttrieblers verpflichtet haben? Trotz begeisternder Technik, rennstreckentauglicher Abstimmung und vieler Eingriffsmöglichkeiten auf Motor und Fahrwerk über das N Grin Control System pflegt er einen diskreten Stil, pfeift auf wildes Spoilerwerk ebenso wie auf aggressive Optik.

Er sagt: Wow, was für ein starker Typ, gefällt mir sehr. Tolle Details. Vor allem: Nicht zu aufdringlich. Krawallbüchse kann jeder. Aber der i30 N macht es feiner, edler, kommt optisch nicht mit der Brechstange daher. Trotzdem macht er mich an. Ich könnte sofort einsteigen und los fahren. Der i30 Fastback: Schick, sehr schick. Er wirkt tatsächlich wie ein Coupé. So etwas gibt es woanders nur in teuer.
Sie sagt: Ich hätte nicht gedacht, dass Hyundai so schicke Autos wie den i30 Fastback baut. Der schöne Dachschwung, das sieht wirklich sehr elegant aus. Wie ein echtes Coupé. Und dann vier Türen – super. Der i30 N ist der Hammer. Was der für einen Sound macht, schon beim Anfahren, Wahnsinn.

Ernst zu nehmender Neuzugang in der Liga der wilden Kompakten: Der i30 N Performance vereint Fahrspaß und Alltag, kommt reichhaltig ausgestattet, mit Fünf-Jahres-Garantie des Herstellers und ist günstiger als die Konkurrenten wie Golf GTI und Co.

Bildüber den i30 N Performance
Das sind die Autos: Nur einen Teil der Spannbreite der in Tschechien gefertigten Modellreihe für die Kompaktklasse zeigen i30 Fastback und i30 N. Zum Duo gesellen sich zudem noch die Version mit Steilheck und der Kombi. Fünf Türen hat jede Variante

Hallo? Sie steht auf den Sound? Wo Frauen doch eher das Understatement pflegen und allzu Aufdringliches mit einer strammen Portion Skepsis erwidern? Es geht hier zwar um ganz persönliche Eindrücke, die keinerlei repräsentativen Anspruch erheben. Aber die geschlechterspezifische Meinungsfindung über das Hyundai Duo nimmt einen doch eher überraschenden Verlauf. Männerauto hier, Frauen­auto da – bislang nichts dergleichen. Vielleicht ja an Bord. Der i30 Fastback ist in der Ausstattungslinie Style vorgefahren, bietet zweifarbige Sitze, vorne mit ver­stellbarer Oberschenkelauflage, dunkel abgetönte Scheiben ab der B-Säule und Annehmlichkeiten wie Klimaautomatik. Für die Insassen ist trotz der Coupé-Linie ­ebenso viel Platz da wie für das Gepäck – unter der Heckklappe steht sogar mehr Raum zur Verfügung als bei der Limousine. Wäre das Interieur des i30 Fastback ein geschickt und geschmackvoll eingerichtetes Apartment, käme der i30 einem ideal bemessenen Sportstudio gleich. Maßgeschneiderte Sportsitze, griffiges Lenkrad mit perforiertem Lederbezug, ein schwarzer Himmel. Dazu jede Menge blaue Kontrastnähte.

Er sagt: Der i30 Fastback hat alles, was man braucht und was man sich wünscht. Die Sitze sind gut, hinten ist genug Platz für Freunde, im Cockpit weiß ich ­sofort, was wie funktioniert. Auch der freistehende Navi-Monitor ist klasse. Aber, sorry, der i30 N: Top, echt top. Nehm‘ ich.
Sie sagt: Beide mit Rückfahrkamera, so etwas finde ich gut. Und natürlich die Smartphone-Ablage zum kabellosen Laden – endlich gibt es so etwas auch im Auto. Ich fühle mich in beiden wohl, und Platz für Krimskrams ist ja immer genug da.

Typisch für Hyundai: die übersichtliche und durchweg problemlose Bedienung. Dieser Eindruck setzt sich beim Fahren fort.

auto motor und sportüber den i30 Fastback

Na endlich. Das Klischee ist zurück auf dem Platz. Wie heißt es immer: Frauen ist im Grunde egal, wie es an Bord zugeht, Hauptsache, der Inhalt mehrerer Handtaschen lässt sich nur irgendwo unterbringen. Auch eine gewisse Präferenz zu praktischen Dingen ist erkennbar. Rückfahrkamera statt Regel­systeme, Ablagen statt Alu-Pedale – hier scheint, mit Verlaub, Frau ganz Frau. Und Mann eben Mann. Womit wir bei den vielen Helfern wären, die beide i30-Modelle an Bord haben. Hyundai SmartSense fasst eine ganze Reihe von Assistenzsystemen zusammen, welche die aktive Sicherheit erhöhen. Dazu gehören zum Beispiel ein Frontkollisionswarner mit City-Notbremsfunktion, ein aktiver Spurhalte­assistent, ein Aufmerksamkeitsassistent.

Er sagt: Finde ich gut, soll auch jeder haben. Aber wenn ich Auto fahre, schaue ich nach vorn – da kann ich schon selber bremsen. Ich hoffe, das autonome Auto lässt noch auf sich warten.
Sie sagt: Alles, was das Autofahren sicherer macht, muss auch genutzt werden. Klar, ich passe auch immer auf. Aber was ist, wenn es mal nicht so ist? Das kann wohl niemand ernsthaft ausschließen. Wenn mein Auto dann für mich bremst, das ist doch eine gute und wichtige Sache.
Das sind die Charaktere: Ein gut gekleideter Gentleman wie der i30 Fastback und ein durchtrainierter Top-Sportler wie der i30 N feilschen um die Gunst von Mann und Frau – und zeigen, dass Klischees und Vorurteile vor allem voreilig sind

Beim Thema Unfallvermeidung gibt es also kein Vertun – Sicherheit geht vor. Da lässt Frau nicht mit sich reden. Liegt es am Verantwortungsbewusstsein? Oder daran, dass es ihr einfach leichter fällt, sich potenzielle Schwächen einzugestehen? Ein Thema, bei dem Mann – vor allem hinter dem Lenkrad – gemäß landläufiger Meinung nicht gerade von Zweifeln geplagt sein soll. Und infolgedessen auch eher keiner Unterstützung bedarf. In jedem Fall gut: Sowohl i30 Fastback als auch i30 N greifen ihren Fahrern – und Fahrerinnen – im Notfall unter die Arme.

Wohin man auch schaut und greift, alles passt und sitzt auch dann noch quietschfrei, wenn es über schlimmste Straßen geht.

autobild.deüber den i30 Fastback

Wie wäre es nun mit einem Blick auf die Technik? Immerhin wird hier einiges geboten: 202 kW (275 PS) Leistung sind es beim i30 N, dazu dank Overboost-Funktion bis zu 378 Newtonmeter Drehmoment. Das ist schon erste Liga und macht mit Beigaben wie der automatischen Rev Matching-Zwischengasfunktion den i30 Fastback fast schon zum bescheidenen Zaungast.

Er sagt: Unter die Haube schauen? Ja klar, gerne.
Sie sagt: Warum?

Na also, es bestätigen sich doch noch die hartnäckigsten Vorurteile. Technik nutzen, ist das Eine. Aber Technik begeistert ­anschauen – wohl doch nur etwas für die Baukasten-erfahrenen Männer. Wer früher mit dem Spielzeugauto im Sandkasten gespielt hat, prägt sich halt für ein ganzes Leben. Und hat später immer genug Gesprächsstoff für einen Plausch mit den Freunden beim Bier. Ob Frauen sich jemals über Autos unterhalten?

Während andere seiner Art recht wenig Dynamiksubstanz hinter ihrem rabaukigen Gebaren verbergen, hält der i30 N die innere Spannung bis ans Limit aufrecht. Nachlassen ist nicht, da spürt man den Biermann raus – den Ex-BMW-M-Entwickler, der nun das Sportprogramm der Koreaner dirigiert. Dem Hyundai steckt Sportlichkeit in fast jeder Faser. Seine Körperspannung ist höher, sein Bewegungsablauf energischer und das Handling dementsprechend schmissiger. Schön, dass es dich gibt, hochverehrter Hyundai i30 N.

sport autoüber den i30 N
Da ist nicht viel anders: Beim Urteil über Autos liegen Rick und Elisa eigentlich nicht besonders weit auseinander

Genug der Theorie. Es geht vorne links auf den Fahrersitz, pardon: Fahrerinnensitz, und hinaus auf die Straße. Die Wahrheit muss ans Licht. Wen überzeugen Sportfahrwerk mit adaptiven Stoßdämpfern und N Corner Carving Diffential, die präzise austarierte elektronisch geregelte Diffenzialsperre im i30 N, mehr? Oder gibt jemand einer inneren Stimme der Vernunft nach, die sagt: Schön wäre es schon, aber es muss nicht sein. Und wählt dann den i30 Fastback zu seinem ganz persönlichen Favoriten?

Er sagt: Der i30 Fastback gefällt mir. Bummeln in der Stadt, hin und her auf der Landstraße, schnell über die Autobahn – alles absolut souverän und wohltuend. Aber der i30 N – ein Knaller. Was für ein Auto. Power pur. Ein Tritt aufs Gaspedal, und du fliegst förmlich davon. Und das Handling – so schnell und präzise war ich noch nicht um die Ecke. Wer dieses Auto nicht will, der muss Familie haben und Kombi fahren.
Sie sagt: Ein Erlebnis, der i30 N. Wie Achterbahnfahren, Freiklettern oder Wingsuitfliegen. Das vergisst du nicht so schnell. Der i30 Fastback ist ein wirklich schönes Auto, ich schau‘ ihn gerne an. Aber Gänsehaut gibts im i30 N.

Schau an, schau an. Frau fährt, was Mann fährt. Der durchtrainierte Sportler macht das Rennen, und der schicke i30 Fastback muss dem starken Bruder den Vortritt lassen. Ganz subjektiv natürlich. Aber der Verlierer ist ohnehin – das Klischee.

Erster Vergleichstest, erster Sieg - besser kann es für Hyundais neuen Kompaktsportler kaum laufen. Zumal er sich hier gegen zwei gestandene Hot Hatches durchsetzt.

Auto Straßenverkehrüber den i30 N Performance

Verbrauchs- und Emissionsangaben

Kraftstoffverbrauch in l/100 km für den Hyundai i30 Fastback: innerorts 6,0-6,9, außerorts 4,6-5,1, kombiniert 5,2-5,7; CO2-Emissionen in g/km kombiniert: 120-134; CO2-Effizienzklasse: C-B.

Kraftstoffverbrauch in l/100 km für den Hyundai i30 N First Edition und den Hyundai i30 N Performance: innerorts 9,7; außerorts 5,7; kombiniert 7,1; CO2-Emissionen in g/km kombiniert: 163. CO2-Effizienzklasse: D

Kraftstoffverbrauch in l/100 km für den Hyundai i30 N: innerorts 9,5; außerorts 5,5; kombiniert 7,0; CO2-Emissionen in g/km kombiniert: 159. CO2-Effizienzklasse: D

Angaben gemäß den amtlichen Messverfahren.

Text: Klaus Rubach

Fotos: Ruprecht Stempell

 

Stand: Frühjahr 2018