- Ziel bis 2030: weltweit 5,55 Millionen verkaufte Fahrzeuge und globaler Marktanteil von 6 Prozent
- Anteil elektrifizierter Fahrzeuge am Absatzmix: 60 Prozent bis 2030, nach 23 Prozent im Jahr 2025
- Bis 2030: mehr als 100 weltweite Modellneuheiten und Überarbeitungen bestehender Modelle, davon 49 in Korea; mehr als 18 in neuen Produkt- und Marktsegmenten; sieben neue Fahrzeuge allein in den kommenden acht Monaten
- Erste Extended Range EV (EREV): Start ab der ersten Jahreshälfte 2027 mit anvisierter Reichweite von mehr als 965 Kilometern
- Ausbau der Produktion in den USA und weltweit: Fertigung des Santa Fe EREV bei Hyundai Motor Manufacturing Alabama; Nordamerika mit zusätzlicher Kapazität von 500.000 Einheiten und Lokalisierungsquote bei Endteilen von über 80 Prozent; Ausbau der weltweiten Produktionskapazität um 1,27 Millionen Einheiten bis 2030
- Robotik-Kommerzialisierung mit Boston Dynamics; Ausbau des Robot Metaplant Application Center (RMAC) auf das Zehnfache
- Hyundai N: Performance-Baureihe für Enthusiasten; Ausbau auf 100.000 Verkäufe jährlich bis 2030; Ergänzung durch eine neue volumenstarke Hochleistungsstufe
- Genesis, Luxusmarke der Hyundai Motor Company: erstes Hybridmodell, erstes Extended Range EV, GV90 Flaggschiff-SUV; Ziel bis 2030: 350.000 Verkäufe jährlich in mehr als 40 Märkten
- Robotaxi-Angebot: Beginn der Waymo-Auslieferungen im vierten Quartal 2026; Start der US-Roboterproduktion 2028 mit jährlicher Kapazität von 30.000 Einheiten
- Roadmap für autonomes Fahren: Atria AI mit realer Datenerfassung in Korea ab diesem Jahr; Level 2+ im ersten serienproduzierten SDV ab 2028 in Zusammenarbeit mit NVIDIA; 100-Megawatt-KI-Rechenzentrum mit mehr als 50.000 GPUs ab 2029
- Eigene Batteriezellen: doppelt so hohe Leistung wie bisherige High-Nickel-Zellen, 40 Prozent schnelleres Laden; Debüt der neuen Thermal-Runaway-Protection-Technologie im Genesis GV90
- Ziel für operative Marge 2030: Erhöhung auf über 9 Prozent, Senkung der Umsatzkosten um 3 Prozentpunkte
- Ergebnisse erstes Halbjahr 2026: 95,2 Billionen Won Umsatz, operative Marge von 5,6 Prozent
Pressematerial
Die Hyundai Motor Company hat beim 2026 CEO Investor Day eine umfassende Produktoffensive vorgestellt. Damit bekräftigt das Unternehmen sein Ziel, bis 2030 weltweit 5,55 Millionen Fahrzeuge zu verkaufen und zugleich die Profitabilität im gesamten Geschäft zu stärken.
Hyundai Motor wird bis 2030 mehr als 100 Modelle neu auf den Markt bringen oder bestehende Modelle weiterentwickeln. Dazu gehört auch das erste Extended Range Electric Vehicle (EREV), das einen elektrischen Antrieb mit einem fahrzeugintegrierten Ladegerät kombiniert.
„Unsere Ausgangslage ist so stark wie nie zuvor. Die Hyundai Motor Group ist die drittgrößte Automobilgruppe weltweit und zugleich die zweitprofitabelste. Das gibt uns die Möglichkeit zu investieren, während andere zurückhaltender agieren. Bis 2030 bringen wir mehr als 100 neue Modelle mit unterschiedlichen Antriebsoptionen auf den Markt und erhöhen unsere operative Marge auf über 9 Prozent. Wir nutzen Partnerschaften, um neue Technologien schneller in die Anwendung zu bringen und Chancen zu erschließen. Zugleich entwickeln wir uns zu einem Physical-AI-Unternehmen, das Roboter und Robotaxis entwickelt, produziert und einsetzt,“ sagt José Muñoz, President und CEO, Hyundai Motor Company.
Hyundai Motor will auf der Entwicklung der ersten Jahreshälfte 2026 aufbauen. Das Unternehmen lieferte zwei Millionen Fahrzeuge aus, erzielte einen Umsatz von 95,2 Billionen Won – ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und erreichte eine operative Marge von 5,6 Prozent.
Produktoffensive in allen Regionen
Hyundai Motor wird bis 2030 weltweit mehr als 100 Fahrzeuge neu auf den Markt bringen oder bestehende Modelle weiterentwickeln, darunter 58 Markteinführungen in Nordamerika, 49 in Korea, 41 in Europa, 26 in Indien und 22 in China. Viele davon werden komplett neue Produkte sein oder auch den Einstieg in neue Marktsegmente markieren.
Die ersten dieser Produkte kommen bereits in Kürze auf den Markt, darunter der all-new Elantra, der all-new IONIQ 3, der all-new Tucson und Tucson Hybrid, der first-ever Santa Fe EREV, ein all-new A-segment SUV EV für Indien, ein all-new global B-segment SUV sowie ein all-new B-segment SUV für Europa.
Der all-new Tucson und der Tucson Hybrid starten im vierten Quartal in ersten Märkten. Mit mehr als zehn Millionen verkauften Einheiten zählt der Tucson zu den wichtigsten globalen Modellen von Hyundai Motor und unterstreicht die internationale Bedeutung der Baureihe.
Der neue Santa Fe EREV kommt in der ersten Jahreshälfte 2027 auf den Markt und soll eine Gesamtreichweite von mehr als 600 Meilen (etwa 965 Kilometer) erreichen. Zugleich soll er ein Fahrerlebnis ähnlich einem Elektrofahrzeug bieten, ohne dass Kundinnen und Kunden Reichweite und Ladezeiten so stark berücksichtigen müssen. Das Fahrzeug wird in den USA bei Hyundai Motor Manufacturing Alabama gebaut.
Hyundai Motor sieht zusätzliche Wachstumschancen in Segmenten, in denen die Marke bislang weniger stark vertreten ist. Diese sogenannten White Spaces stehen für rund 29 Prozent des weltweiten Automobilabsatzes. Im Fokus stehen unter anderem Body-on-frame-Fahrzeuge, darunter ein Midsize-Pickup, sowie leichte Nutzfahrzeuge.
Die Hyundai N Performance-Baureihe wird um neue Modelle erweitert, während das Unternehmen weiterhin ein jährliches Absatzvolumen von 100.000 Einheiten bis 2030 anstrebt.
Lokal skalieren, global wachsen
Hyundai Motor plant, die weltweite Produktionskapazität bis 2030 um 1,27 Millionen Einheiten zu erhöhen. Davon entfallen 500.000 Einheiten auf Nordamerika, 320.000 auf Indien, 250.000 auf CKD-Montagestandorte und 200.000 auf Korea. In Nordamerika ist unter anderem eine bereits angekündigte, aber noch nicht umgesetzte Erweiterung um 200.000 Einheiten bei HMGMA vorgesehen. In Korea umfasst die zusätzliche Kapazität das neue EV-Werk in Ulsan, das kurz vor der Eröffnung steht.
In Nordamerika erhöht Hyundai das bereits angekündigte Ziel für die lokale Teilebeschaffung bis 2030 von 60 auf 80 Prozent. Die Region wird bis 2030 mehr als zehn Hybridmodelle anbieten; Hybride sollen dann einen Absatzanteil von 50 Prozent erreichen und bei Hyundai Motor Manufacturing Alabama sowie Hyundai Motor Group Metaplant America produziert werden. Der kumulierte Hybridabsatz in Nordamerika hat die Marke von einer Million Einheiten überschritten.
Der Gesamtabsatz in Nordamerika stieg weiter und entwickelte sich dank der Rekordnachfrage nach Hybridfahrzeugen besser als der Gesamtmarkt. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 wurden 595.457 Einheiten verkauft – das beste erste Halbjahr in der Geschichte der Region.
In den USA lieferte Hyundai Motor im ersten Halbjahr 489.656 Fahrzeuge aus, ein Plus von 3 Prozent. Treiber waren Tucson, Palisade und ein weiter ausgebautes Hybridportfolio. Der Absatz des IONIQ 5 stieg im ersten Halbjahr 2026 um 9 Prozent. Mexiko legte im zweiten Quartal um 10 Prozent zu, Kanada blieb stabil; beide Ergebnisse wurden durch die Nachfrage nach Hybridfahrzeugen unterstützt.
In Europa will Hyundai Motor bis 2030 rund 85 Prozent des Marktes mit einem elektrifizierten Portfolio abdecken. Geplant sind unter anderem fünf neue SUV sowie leichte Nutzfahrzeuge. Der Absatz von Elektrofahrzeugen soll von 116.000 Einheiten im Jahr 2025 auf mehr als 420.000 Einheiten im Jahr 2030 steigen.
Der neue IONIQ 3 kommt in Europa im Herbst auf den Markt. Das Modell bietet eine Reichweite von 497 Kilometern und ist das erste europäische Fahrzeug mit Pleos Connect, der nächsten Generation der Connected-Car-Infotainmentplattform der Hyundai Motor Group.
In Indien baut Hyundai Motor sein SUV-Angebot aus. Den Auftakt bildet im vierten Quartal ein neues elektrisches SUV, das für den indischen Markt entwickelt und angepasst wurde. Ausgestattet ist es mit einem Infotainmentsystem der nächsten Generation und Level-2-Fahrerassistenztechnologie. Ergänzend plant Hyundai Motor ein neues Mittelklasse-SUV mit Verbrennungsmotor.
Parallel stärkt Hyundai Motor die lokale Lieferkette in Indien. Bis 2030 sollen 90 Prozent der Fahrzeugkomponenten aus dem Land kommen. Grundlage dafür sind mehr als 1.400 lokale Zulieferer sowie über 900 Ingenieurinnen und Ingenieure vor Ort.
Mit einer jährlichen Produktionskapazität von 1,1 Millionen Einheiten bleibt Indien ein wichtiger Exportstandort für Hyundai Motor. Bis 2030 sollen rund 30 Prozent der indischen Produktion in Märkte im Nahen Osten, in Afrika, Asien und Südamerika gehen.
Die Werke in Korea bleiben ein zentraler Produktionsstandort von Hyundai Motor. Rund 27.000 Beschäftigte fertigen dort jährlich etwa 1,8 Millionen Fahrzeuge; rund 60 Prozent davon werden exportiert. Das neue EV-Werk in Ulsan startet mit der Produktion des Genesis GV90. Die softwaredefinierte Fabrik nutzt 108 moderne Fertigungswerkzeuge, KI-gestützte Qualitätskontrolle und Inspektion sowie einen Manufacturing AI Agent.
In China setzt Hyundai Motor auf eine Turnaround-Strategie mit lokalem Design, lokaler Fertigung und Partnerschaften. Nach dem IONIQ V sollen weitere Modelle folgen, darunter 2027 ein neues EV und ein EREV. Mit lokalen Technologiepartnern, neuen Designs und einem erweiterten Händlernetz will Hyundai Motor bis 2030 mehr als 500.000 Fahrzeuge absetzen.
Im Nahen Osten und in Afrika will Hyundai Motor seine Marktposition weiter ausbauen. Das Unternehmen verweist auf eine wachsende Kundennachfrage in der Region.
Besonders Pick-ups und SUV gewinnen an Bedeutung. Hyundai Motor hält in der Region einen Marktanteil von 8,4 Prozent und sieht weiteres Wachstumspotenzial.
Hyundai Motor investiert zudem in neue Montagewerke in Saudi-Arabien und Algerien. Sie ergänzen ein Netzwerk von acht Standorten in Afrika, im Nahen Osten und in Pakistan.
Genesis startet in die nächste Wachstumsphase
Genesis hat in den ersten zehn Jahren ein deutliches Wachstum erzielt und als Luxusautomobilmarke früh die Marke von kumuliert einer Million verkaufter Fahrzeuge erreicht. Mit diesem Rückenwind startet die Marke in ihre nächste Entwicklungsphase.
Eine zentrale Rolle spielt dabei das neue Flaggschiff GV90, mit dem Genesis sein Angebot im Luxussegment erweitert. Der GV80 Hybrid, das erste Hybridmodell der Marke, startet im vierten Quartal. Anfang 2027 folgt ein EREV-SUV mit einer anvisierten Reichweite von mehr als 1.030 Kilometern.
Mit dem GV90 und den neuen Antriebsoptionen will Genesis in weiteren Segmenten des Luxusfahrzeugmarktes wachsen.
Bis 2030 strebt Genesis eine Präsenz in mehr als 40 Märkten und einen jährlichen Absatz von 350.000 Fahrzeugen an. Dazu soll das Vertriebsnetz auf weltweit mehr als 270 Retail-Standorte wachsen, ein Plus von 50 Prozent.
Nach dem Markteintritt in Italien, Frankreich, den Niederlanden, Tunesien und Marokko zu Jahresbeginn folgt im vierten Quartal Spanien. Damit steigt die Zahl der neuen Märkte im Jahr 2026 auf fünf. Weitere Expansionen nach Indien und in den asiatisch-pazifischen Raum sind geplant.
Strategische Partnerschaften
Die ersten IONIQ 5 Robotaxis für Waymo sollen im vierten Quartal ausgeliefert werden. Die Fahrzeuge werden bei HMGMA in Georgia mit lokaler Lieferkette montiert und verbinden Kompetenzen der Gruppe in Fertigung, Design, Software und Finanzierung.
Ab 2027 sollen die Fahrzeuge die internationale Ausweitung von Robotaxi-Diensten unterstützen.
Auch Motional, ein Unternehmen der Hyundai Motor Group, will robotaxifähige IONIQ 5 einsetzen, sobald der kommerzielle fahrerlose Dienst noch in diesem Jahr startet.
Gemeinsam mit TVS Motor Company steigt Hyundai Motor in das Segment elektrischer Dreiräder ein. Hyundai verantwortet das Design, TVS die Fertigung. Vom Konzept bis zum Prototyp vergingen weniger als 24 Monate.
Hyundai und Amazon bauen ihre Partnerschaft in vier Bereichen aus. Amazon Autos soll Anfang 2027 erstmals außerhalb der USA starten. Alexa Built-in wird schrittweise im Hyundai Portfolio eingeführt, Genesis folgt. AWS unterstützt Hyundai beim Ausbau von Cloud- und KI-Kompetenzen. Zudem prüfen beide Unternehmen den Einsatz von Hyundai Brennstoffzellenfahrzeugen in Amazon Lagerbetrieben.
Hyundai Motor treibt gemeinsam mit Boston Dynamics die Kommerzialisierung von Manufacturing AI Robotics voran. Das Robot Metaplant Application Center (RMAC) wurde im Juni in den USA eröffnet und soll bis Jahresende auf die zehnfache Kapazität ausgebaut werden. RMAC bildet reale Einsatzumgebungen nach, trainiert Manufacturing AI Robots, sammelt Praxiserfahrungen und übernimmt Tests sowie Verifizierungen vor dem Einsatz in der Produktion.
Hyundai Motor will den industriellen humanoiden Roboter Atlas ab 2028 bei Hyundai Motor Group Metaplant America einsetzen.
„Hyundai Motor verfügt über gute Voraussetzungen, das Robotikgeschäft weiter auszubauen und in den Markt zu bringen“, erklärte José Muñoz, President und CEO, Hyundai Motor Company, während der Präsentation. „Boston Dynamics ist Teil der Hyundai Motor Group. Mit Spot und Stretch fertigen wir bereits Roboter; künftig sollen auch humanoide Atlas-Roboter in Serie produziert werden. Über unsere Handelspartner verfügen wir über mögliche Vertriebskanäle. Hyundai Capital prüft zudem Finanzierungsangebote für den Robotikvertrieb. Damit deckt die Gruppe Entwicklung, Produktion, Vertrieb, Verkauf und Finanzierung im Bereich Robotik bereits ab.“
Vom Hardwaregeschäft zur softwarebasierten Wertschöpfung
Hyundai Motor baut einen datenbasierten Kreislauf auf, um die Fähigkeiten seiner Software-Defined Vehicles (SDV) weiterzuentwickeln. Datenerfassung, Datenanalyse, KI- und Serviceverbesserungen sowie Over-the-Air-Updates (OTA) greifen dabei ineinander und bilden einen positiven Kreislauf. Dieser datenbasierte Kreislauf soll das Kundenerlebnis verbessern und Fahrzeuge weiterentwickeln; die Veränderung erreicht Kundinnen und Kunden bereits heute.
Beginnend mit dem überarbeiteten Grandeur setzt das Unternehmen das Infotainmentsystem Pleos Connect und Gleo AI, seinen generativen KI-Agenten, ein. Die aus diesen Fahrzeugen gewonnenen Daten werden analysiert, um Gleo AI zu verbessern und neue Funktionen für Pleos Connect zu entwickeln. Die Ergebnisse werden den Kundinnen und Kunden über OTA-Updates bereitgestellt.
Derselbe Kreislauf wird für autonomes Fahren aufgebaut. Die Hyundai Motor Group standardisiert ihre Sensorarchitektur rund um das NVIDIA-Ökosystem, sodass Daten von Hyundai Motor, Kia, 42dot und Motional integriert und nach einem einheitlichen Standard genutzt werden können.
Hyundai Motor rechnet ab 2029 mit deutlich wachsenden Datenmengen aus dem autonomen Fahren. Dafür nimmt das Unternehmen das Saemangeum AI Data Center in Betrieb. Die 100-Megawatt-Anlage bietet Platz für mehr als 50.000 GPUs. Sie soll Daten aus der weltweiten Serienproduktion mit der eigenen KI und der dafür notwendigen Infrastruktur verbinden. Damit will Hyundai Motor seine Wettbewerbsfähigkeit bei Software-Defined Vehicles und autonomem Fahren stärken.
Stufenplan für autonomes Fahren
Hyundai Motor hat seine Roadmap für autonomes Fahren in mehreren Stufen angelegt. Bis Ende dieses Jahres soll die autonome Fahr-KI Atria AI in Gwangju in der Provinz South Jeolla eingesetzt werden. Dort sammelt sie Daten zu unerwarteten Verkehrssituationen, die für das Training solcher Systeme besonders relevant sind.
2028 will Hyundai Motor im Rahmen der strategischen Zusammenarbeit mit NVIDIA Level-2+-Technologie für autonomes Fahren im ersten serienproduzierten SDV-Modell des Unternehmens einsetzen. Die dabei gewonnenen Fahrdaten sollen gesammelt und ausgewertet werden, um Atria AI weiterzuentwickeln und regelmäßig zu aktualisieren.
Atria AI soll schrittweise in Serienfahrzeuge integriert werden und Funktionen für autonomes Fahren von Level 2+ bis Level 4 abdecken. Die Hyundai Motor Group verkauft jährlich mehr als sieben Millionen Fahrzeuge. Daten aus dieser Flotte sollen das KI-Training beschleunigen und die Leistungsfähigkeit der Systeme verbessern. Langfristig plant die Gruppe, ein standardisiertes Sensorsystem und eine KI-Computing-Plattform in den meisten Serienfahrzeugen einzusetzen.
Neue Batteriezellen sollen Leistung steigern und Kosten senken
Hyundai Motor hat die Elektrifizierung über mehrere Entwicklungsschritte gemacht – von eigenen Hybridsystemen bis zur Electric-Global Modular Platform (E-GMP). Nun rückt das Unternehmen die Batterieentwicklung stärker in den Fokus.
Auf Grundlage langjähriger Entwicklungskompetenz hat Hyundai Motor eigene Batteriezellen entwickelt. Sie sollen mehr als doppelt so viel Leistung liefern wie die bisher eingesetzten High-Nickel-Zellen und die Ladezeit um 40 Prozent verkürzen.
Die Hochleistungszellen kommen im EREV zum Einsatz, das in der ersten Jahreshälfte 2027 auf den Markt kommen soll. Das Modell nutzt weniger als die Hälfte der Batteriekapazität eines vergleichbaren Elektrofahrzeugs, soll aber eine ähnliche Batterieleistung und Fahrdynamik bieten. Für die im kommenden Jahr startenden Elektrofahrzeuge setzt Hyundai Motor auf Mid-Nickel-NCM-Zellen. Sie sollen die Batteriekosten um rund 30 Prozent senken und zugleich eine hohe Leistung unter realen Fahrbedingungen ermöglichen.
Auch das cloudbasierte Battery Management System (BMS) soll weiterentwickelt werden. Hyundai Motor will die Lebensdauer der Batterien in seinen Elektrofahrzeugen bis 2028 im Durchschnitt um 20 Prozent verlängern.
Für die Batteriesicherheit hat Hyundai Motor zudem Thermal Runaway Protection (TRP) entwickelt. Die Technologie soll bei einem Batteriebrand verhindern, dass Wärme auf benachbarte Zellen übergreift. Dafür kombiniert sie eine auf Wärmeableitung ausgelegte Batteriearchitektur mit Barrieren zwischen den Zellen. Während bisherige Ansätze die Wärmeübertragung vor allem verzögern konnten, soll TRP sie unabhängig vom Batterietyp direkt an der Quelle blockieren.
BMS und TRP ergänzen sich. Das cloudbasierte BMS erkennt in Echtzeit Hinweise auf Unregelmäßigkeiten in einzelnen Zellen und leitet vorbeugende Maßnahmen ein. TRP soll als zweite Schutzebene die Ausbreitung von Wärme strukturell verhindern. Hyundai Motor hat die Technologie in mehr als 200 Tests mit prismatischen und Pouch-NCM-Batterien verifiziert. Premiere feiert TRP bei Genesis.
Finanzausblick und Shareholder Value
Hyundai Motor hebt sein Ziel für die konsolidierte operative Marge 2030 von bislang 8 bis 9 Prozent auf mehr als 9 Prozent an. Grundlage dafür sind der Ausbau des Hybridangebots vom Kompaktsegment bis in große und Premiumsegmente sowie ein konzernweites Programm zur Kostensenkung. Das operative Ergebnis soll im selben Zeitraum um 11 Prozent steigen.
Zugleich will das Unternehmen die Umsatzkosten gegenüber dem im vergangenen Jahr veröffentlichten Ziel um 3 Prozentpunkte senken. Davon sollen 1,5 Prozentpunkte durch Kostensenkungen über den gesamten Fahrzeuglebenszyklus, 1,0 Prozentpunkt durch niedrigere Materialkosten und 0,5 Prozentpunkte durch stärkere Lokalisierung erzielt werden.
Trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds bestätigt Hyundai Motor seine Prognose für die operative Marge 2026 von 6,3 bis 7,3 Prozent. Im Jahr 2025 hatte sie bei 6,2 Prozent gelegen. Stützen sollen die Prognose eine höhere Profitabilität durch steigende Hybridverkäufe sowie neue Modelle in der zweiten Jahreshälfte.
Bei der Kapitalrückführung an die Aktionärinnen und Aktionäre hält Hyundai Motor an einer Ausschüttungsquote von mindestens 35 Prozent fest. Vorgesehen sind zudem eine Mindestdividende von 10.000 Won je Aktie (rund 6,19 Euro) sowie eine Quartalsdividende von 2.500 Won je Aktie (rund 1,55 Euro). Darüber hinaus will das Unternehmen alle eigenen Aktien einziehen, mit Ausnahme der Aktien, die für die auf dem General Shareholders’ Meeting im März 2026 genehmigte Mitarbeitervergütung vorgesehen sind. Der einzuziehende Bestand hat auf Basis des vorherigen Schlusskurses einen Wert von rund 0,8 Billionen Won (rund 495 Millionen Euro). Weitere Details zum Einzug eigener Aktien will Hyundai Motor über die Website der Korea Exchange veröffentlichen. Zur klareren Kommunikation mit dem Kapitalmarkt ändert das Unternehmen die englische Bezeichnung der Kennzahl von Total Shareholder Return (TSR) in Total Payout Ratio (TPR).